01 Ausgangslage
Im Bankenumfeld wird nicht frei im Internet eingekauft. Bestellungen laufen über Beschaffungssysteme, in denen Budgets, Kostenstellen und Freigabestufen hinterlegt sind. Ein Lieferantenshop, der außerhalb dieser Systeme steht, erzeugt Medienbrüche: abtippen, separat freigeben lassen, doppelt erfassen.
Gleichzeitig ist Formulardruck ein konfigurationslastiges Geschäft. Formate, Auflagen, Papiersorten, Durchschreibesätze und Personalisierungen ergeben eine große Zahl an Varianten, und je Kunde gelten eigene Rahmenkonditionen. Ein Standardshop ohne B2B-Logik bildet das nicht ab.
02 Lösung
Grundlage ist Shopware. Der Shop ist auf B2B ausgelegt: Kundengruppen mit eigenen Konditionen, kundenspezifisch freigeschaltete Sortimente, Bestellhistorie und Nachbestellung bekannter Formulare. Produktkonfigurationen bilden Auflagen, Ausführungen und Varianten ab.
Kern des Projekts ist das OCI-Plugin. Der Einkäufer startet in seinem Beschaffungssystem, wird per Punch-out mit den übergebenen Zugangsdaten am Shop angemeldet und sieht dort sein freigeschaltetes Sortiment zu den für ihn gültigen Preisen. Der fertige Warenkorb wird nicht als Bestellung ausgelöst, sondern im OCI-Feldformat an die Hook-URL des Beschaffungssystems zurückgegeben, inklusive Artikelnummer, Beschreibung, Menge, Preis und Einheit.
Jede Anbindung wird gegen das jeweilige Kundensystem getestet, da sich Feldbelegungen, Zeichensätze und Rückgabeverfahren in der Praxis unterscheiden. Unterbau sind PHP 8 und MariaDB, Deployment und Betrieb laufen containerisiert über Docker auf eigenen Servern in Deutschland.
03 Ergebnis
Der Einkäufer bleibt in seinem gewohnten Beschaffungsprozess. Freigabe, Kostenstellenzuordnung und Budgetprüfung bleiben im System des Kunden, der Katalog kommt aus dem Shop, und Positionen müssen nicht abgetippt werden.
Für Lijnco wird die Anbindung weiterer Kunden damit eher zur Konfigurationsaufgabe als zum Einzelprojekt. Der Shop bleibt daneben als klassischer B2B-Zugang nutzbar, für Kunden ohne eigenes Beschaffungssystem.